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Bitterer Geschmack im Mund – Ursachen und natürliche Hilfe

Die Ursachen für einen bitteren Geschmack im Mund sind sehr verschieden. Die Ernährung, mangelnde oder falsche Mundhygiene und Krankheiten können diese unangenehme Geschmacksstörung auslösen. Auch hormonelle Veränderungen, wie sie z.B während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten, sind als Ursache denkbar. Sind Lebensmittel, die besonders viele Bitterstoffe enthalten für die Geschmacksveränderung verantwortlich, ist das Problem relativ leicht zu beheben. In der Regel verschwindet der bittere Geschmack sogar von allein. Hält der schlechte, metallische Bittergeschmack jedoch über einen längeren Zeitraum an, sollte der Ursache auf den Grund gegangen werden, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Ursachen für den Bittergeschmack

Die Wahrnehmung verschiedener Geschmacksrichtungen, wie sauer, salzig, bitter und süß, wird durch die Geschmacksknospen auf der Zunge ermöglicht. Im hinteren Bereich vom Rachen und am Anfang der Speiseröhre liegen die Geschmacksnerven zur Erkennung von Bitterstoffen. Vereinzelt kann ein bitterer Geschmack aber auch im vorderen Bereich der Zunge wahrgenommen werden. Taucht der bittere Geschmack jedoch ohne erkennbaren Grund auf, handelt es sich um Dysgeusie, eine Geschmacksstörung. Kann ein kürzlich verzehrtes Lebensmittel als Grund für den bitteren Geschmack im Mund ausgeschlossen werden, gilt es herauszufinden, was die tatsächliche Ursache ist.

Mögliche Ursachen für einen unnatürlichen Bittergeschmack:
Mögliche Ursachen für einen unnatürlichen Bittergeschmack:

  • Schwangerschaft und Menopause
  • Infektionen
  • physische Erkrankungen
  • Medikamenteneinnahme
  • psychische Krankheiten
  • seelisches Ungleichgewicht
  • Ernährung und Allergien
  • fehlende oder mangelhafte Mundhygiene

Hormonelle Umstellung

Frauen, die sich in der Schwangerschaft oder in den sogenannten Wechseljahren befinden, können als Begleiterscheinung der hormonellen Schwankungen einen bitteren Geschmack im Mund haben. Die vermehrte Produktion beziehungsweise der Abbau weiblicher Hormone ist in diesem Zusammenhang die Ursache für die Symptomatik. Der veränderte Hormonhaushalt hat in beiden Fällen einen starken Einfluss auf die Geschmacksnerven, was jedoch keinen Anlass bietet, sich Sorgen zu machen. Denn ist das Kind geboren oder die Menopause beendet, normalisiert sich der Hormonhaushalt wieder und der bittere Geschmack verschwindet von allein.
Vorgang hormoneller Umstellung - ruft bitteren Geschmack im Mund hervor

Ungleichgewichte im Körper und Erkrankungen

Fehlt dem Körper Vitamin B12 oder Zink, kommt es mit der Zeit zu Symptomen, die auf einen Mangel hindeuten. Einem bitteren Geschmack auf der Zunge kann ein Ungleichgewicht an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien zugrunde liegen, welches durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden kann. Mit der Einnahme der fehlenden Komponenten ist die Mangelerscheinung schnell wieder behoben und die Symptome verschwinden. Eine Leber-, Gallen- oder Niereninsuffizienz sowie Autoimmunkrankheiten und Stoffwechselerkrankungen können ebenfalls für einen bitteren Geschmack im Mund verantwortlich sein.

Nachdem mögliche Faktoren, wie die Ernährung, Mangelerscheinungen oder Infektionen im Mundraum ausgeschlossen wurden, sollte eine medizinische Untersuchung erfolgen, ob eine körperliche Erkrankung vorliegt, die den bitteren Geschmack hervorruft.

Seelische Ursachen

Nicht nur körperliche Krankheiten können die Geschmacksempfindung beeinflussen. Auch seelische Belastungen, wie Trauer, emotionaler Stress und psychische Erschöpfung können die Ursache eines bitteren Geschmacks im Mund sein. Da bei anhaltendem seelischem Schmerz das Nervensystem mit beeinträchtigt wird und sich Störungen auf die Reizleitung zwischen den Nerven und dem Gehirn auswirken, können auch die Geschmacksinformationen davon betroffen sein.

Insbesondere eine Überbeanspruchung des peripheren Nervensystems kann solche Irritationen zur Folge haben. Da sich das seelische Wohlbefinden ohne eingehende Gespräche mit Ärzten und Therapeuten nur schwer diagnostizieren lässt, sollten Menschen, die unter psychischen Belastungen leiden , offen mit ihrem Hausarzt über ihre Sorgen zu sprechen. Nur so kann eine hilfreiche medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung eingeleitet werden, um einen Weg aus dem seelischen Tief zu finden.

Diverse Nüsse und Kerne - fördern einen bitteren Geschmack im Mund
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Ernährung und Mundhygiene

Bestimmte Lebensmittel, die von Natur aus über reichlich Bitterstoffe verfügen, fördern einen bitteren Geschmack im Mund. Hierzu gehören z.B. Pinienkerne, Bittermandeln, Endiviensalat und zahlreiche Kräuter. Der Vorteil im Verzehr solcher Nahrungsmittel liegt darin, dass sie sich positiv auf die Verdauung und die Durchblutung auswirken. Jedoch kann der bittere Nachgeschmack recht unangenehm sein. Bei Menschen, die unter Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, kommt es häufiger vor, dass die Kommunikation zwischen den Geschmacksknospen der Zunge und dem Gehirn gestört ist, was einen bitteren Geschmack zur Folge haben kann.

Ein weiterer Grund für eine Geschmacksstörung können Bakterien im Mundbereich sein. Schlechte Zähne und mangelnde Mundhygiene fördern die Vermehrung der Bakterien und können den Bittergeschmack im Mund entstehen lassen. Wird dieser Umstand nicht behoben, kann das Symptom auch nicht verschwinden. Die toxischen Gär- und Fäulnisgase der Bakterien legen sich wie ein Film auf die Geschmacksknospen und verbleiben dort, wenn sie nicht entfernt werden. Die tägliche Reinigung von Zähnen und Zunge ist die Grundvoraussetzung, um einem bitteren Geschmack im Mund vorzubeugen, zu neutralisieren oder ihn zu beseitigen.

Diverse Mundreinigungsmittel gegen ständig bitteren Geschmack im Mund
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Die Behandlung von Bittergeschmack

Kann die Ernährung, die Mundhygiene und der Konsum von Nikotin oder Alkohol als Ursache für den bitteren Geschmack ausgeschlossen werden, sollte eine medizinische Untersuchung erfolgen. Die richtigen Ansprechpartner hierfür sind Zahnärzte und Allgemeinärzte. Durch entsprechende Untersuchungen und Ausschlussdiagnosen lässt sich die tatsächliche Ursache für das Symptom feststellen. Handelt es sich um eine Erkrankung, ist der bittere Geschmack meist nicht das einzige Symptom. Ein schlechter Atem, Zungenbelag, Magenprobleme und Kopfschmerzen liefern dem Arzt weitere wichtige Hinweise, um welche Krankheit es sich handeln könnte. Sind Medikamente für den unangenehmen Geschmack verantwortlich, tritt oftmals eine Besserung ein, wenn auf ein verträglicheres Medikament umgestiegen wird.

Tasse mit Salbeitee - hilft gegen Bittergeschmack auf Zunge und im Mund
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Natürliche und effektive Hausmittel

Nährstoffmangel und Übersäuerung sind einfach dadurch zu beheben, dass eine zielorientierte Ernährung bevorzugt wird. Saure Nahrungsmittel sollten vom Speiseplan gestrichen werden und der Fokus sollte auf einer ausgewogenen Kost mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen liegen. Lebensmittel, die den Speichelfluss anregen, haben sich als Hausmittel bewährt, um einen bitteren Geschmack im Mund zu neutralisieren und los zu werden . Zusätzlich kann die Zahnreinigung mit Tafelsalz oder Natron erfolgen, um mehr Speichel im Mund zu produzieren. Neben einer desinfizierenden Zahnpasta, die Menthol, Minze oder Salbei als Inhaltsstoff hat, können natürliche Mundspülungen, wie Melissen- oder Salbei Tee, Kolloidales Silber sowie eine Sole aus Himalaya Salz helfen, den schlechten Geschmack im Mund zu beseitigen. Auch das Kauen von Minzblättern oder Kaffeebohnen ist sehr effektiv, da die Bitterstoffe im Mundraum durch die enthaltenen Öle gebunden werden.



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About Andrea Bianchi

Ich bezeichne mich selbst als liberal eingestellten Weltbürger und praktiziere einen staatenlosen Lebensstil. Ich bin leidenschaftlicher, freier Journalist, ehemaliger Sportlehrer und Esse für mein Leben gerne (gesund).