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Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss) – Ursachen und Behandlung

Bei den meisten Frauen tritt brauner Ausfluss mindestens einmal zwischen Pubertät und Klimakterium auf. Oft wirkt er irritierend, weil die betroffene Frau die Ursache nicht erklären kann. Es handelt sich um Scheidensekret, dem Blut beigemischt sein kann. Brauner Ausfluss ist ein Symptom, das auf die verschiedensten Ursachen hinweisen kann. Brauner Ausfluss ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Begleiterscheinung.

Grundsätzlich sollte bei anhaltendem braunem Scheidenausfluss ein Facharzt aufgesucht werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Wenn brauner Ausfluss mit Krämpfen, Schmerzen oder Schwellungen und Rötungen im Scheidenbereich gemeinsam auftritt, sollte so schnell wie möglich ein Arzt kontaktiert werden. Durch bakteriell bedingten Ausfluss können sich Gebärmutter und Eierstöcke entzünden, was zu schweren Folgeschäden wie Unfruchtbarkeit führen kann. Die vordergründige Ursache für den braunen Ausfluss ist eine Veränderung der Scheidenflora. Sie kann durch Erkrankungen, Infektionen, Schwangerschaften und auch psychischen Stress hervorgerufen werden.
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Ursachenforschung ist der erste Schritt

Brauner Ausfluss hat unterschiedliche Ursachen, die abgeklärt werden sollten, sobald der Scheidenausfluss auftritt. Es gibt Frauen, bei denen brauner Ausfluss regelmäßig zum Eisprung oder einige Tage vor der Regelblutung auftritt. Hier können hormonelle Ursachen angenommen werden. Klarheit kann der nächste regulären Termin beim Frauenarzt bringen. Durch die Veränderungen, die der Körper zyklusbedingt und während einer Schwangerschaft durchmacht, verändert sich das Scheidenmilieu. So kann es zu leichten Irritationen kommen. Brauner Ausfluss kann die Folge sein. Manche Frauen merken dadurch, dass sich der Eisprung oder die Monatsblutung ankündigen. Ist brauner Ausfluss nicht mit dem Zyklus in Verbindung zu bringen, kann er ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, die medizinisch behandelt werden muss.

Die folgenden Krankheitsbilder sind von braunem Ausfluss begleitet:
  • Pilzinfektionen
  • Bakterielle Infektionen
  • Virusinfektionen
  • Hormonelle Veränderungen
  • Tumore

Pilzinfektionen

Pilzinfektionen entstehen durch ein Scheidenmilieu, dass die Entstehung von Pilzen begünstigt. Wenn brauner Ausfluss mit Juckreiz und Brennen verbunden ist, liegt der Verdacht auf eine Pilzinfektion nahe. Der Arzt wird ein Medikament verschreiben, dass die Symptome schnell beseitigt. Vorbeugend können Frauen durch den Verzicht auf chemische Reinigungsmittel darauf achten, dass die Scheidenflora ihre natürliche Widerstandskraft behält. Die Scheide reinigt sich normalerweise selbst, das heißt, sie hält ein gesundes Scheidenmilieu aufrecht. Der normale, weißlich-gelbe Scheidenausfluss ist ein Zeichen für den gesunden Selbstreinigungsprozess der Vagina. Zusätzliche tägliche Reinigung der gesamten Genitalregion mit warmen Wasser reicht vollkommen aus.

Bakterielle Infektionen

In der Scheide jeder gesunden Frau befinden sich Bakterien. Die Scheidenflora ist aufgrund eines hohen Milchsäurewertes normalerweise gegen Infektionen geschützt. Gerät das Verhältnis zwischen notwendigen Milchsäurebakterien und Krankheitserregern ins Ungleichgewicht, gewinnen die Bakterien die Überhand und es kommt zu einer Infektion. Bakterielle Infektionen können auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden, sie gelten aber nicht als Geschlechtskrankheit.

Auch zu wenig oder zuviel Intimhygiene können die Ursache sein. Ein gesundes Immunsystem und eine ausgeglichene Scheidenflora schützen normalerweise vor Infektionen. Ist die Infektion bereits eingetreten, erkennbar unter anderem durch braunen Ausfluss, sollte sie medikamentös behandelt werden. Um sich zu schützen, sollten Frauen vor und nach der Menstruation und während der Schwangerschaft versuchen, seelischen Stress zu vermeiden.

Stress verringert die Immunabwehr und erhöht somit das Risiko einer Infektion.
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Virusinfektionen

Auch Virusinfektionen sind durch Geschlechtsverkehr übertragbar. Grundsätzlich gilt bei Infektionen, dass immer beide Partner behandelt werden müssen. Bei der Frau zeigen sich Virusinfektionen im Scheidenbereich oft durch Ausfluss, der einen auffälligen Geruch hat. Es kann bei bestimmten Erregern zu Muskelkrämpfen, Erschöpfung und Fieber kommen. Bei Verdacht auf eine solche Infektion ist sofort der Arzt aufzusuchen, denn die Viren müssen beseitigt werden. In weniger dramatischen Fällen sind Feigwarzen eine Begleiterscheinung von Virusinfektionen im Vaginalbereich.

Hormonelle Störungen

Für hormonelle Störungen sind unterschiedliche Ursachen bekannt. Schon im Verlauf des ganz normalen Zyklus stellen sich die Hormone der Frau um. In der Schwangerschaft und in den Wechseljahren kommt es ebenfalls zu einer Neuordnung der Hormone. Diese Verschiebungen im Verhältnis zwischen Östrogenen und Gestagenen sind normal. Die meisten Frauen reagieren aber auch sehr sensibel auf seelische Belastungen. Das Hormonsystem kann ins Wanken geraten, wenn die Frau unter starkem seelischen Druck steht. Brauner Ausfluss ist immer auch ein Signal für die Frau, besser auf Ihre Entspannung zu achten.

Tumore

Auch Tumore können von braunem Ausfluss angezeigt werden. Wenn der Gynäkologe einen Tumor entdeckt, muss abgeklärt werden, wie der Tumor beschaffen ist und welche medizinischen Maßnahmen zu ergreifen sind. Es gibt gutartige Verwachsungen im Bereich der Scheide und der Gebärmutter, durch die brauner Ausfluss entsteht.
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Erste Linderung selbst einleiten

Wenn brauner Ausfluss auftritt, sollte zuerst Ruhe bewahrt werden. Schonung ist angesagt, um den Scheidenausfluss, der durch Stress bedingt ist, auszuschalten. Die meisten Frauen reagieren sehr sensibel auf seelische Überlastung und sollten auf sich achten, wenn sie Störungen körperlicher Art wahrnehmen. Ignoranz ist sicher die falsche Methode, um die eigene Gesundheit zu schützen. Entspannungsübungen und Ruhe sind angezeigt, wenn brauner Ausfluss wahrgenommen wird.

Außerdem sollte auf chemische Reinigungsmittel verzichtet werden. Entzündungen werden durch Chemie eher gefördert als gelindert.

Biologische Waschlotionen sind gesünder für die Scheidenflora und schonen den natürlichen Säureschutzmantel. Wasser allein reicht aber aus. Brauner Ausfluss kann einen unangenehmen Geruch mit sich bringen. Auf keinen Fall sollte die Betroffene mit Duftstoffen wie Intimdeos oder ähnlichen Präparaten dagegen angehen, sondern kurzfristig einen Termin beim Frauenarzt vereinbaren.

Bild Entspannung iin der Schwangerschaft

Brauner Ausfluss in der Schwangerschaft

Schwangere beobachten ihren Körper intensiv und bemerken Veränderungen sofort. Brauner Ausfluss kann eine Fehlgeburt ankündigen, deshalb sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, der abklären kann, ob Gefahr für Mutter und Kind besteht. Unter Umständen handelt es sich nur um eine ungefährliche Zwischenblutung, die mit Ruhe und Schonung schnell wieder vergeht.

Vorsorge treffen

Hygiene im richtigen Maß ist eine gute Vorsorge gegen Erkrankungen im Scheidenbereich. Hier gilt, das richtige Maß zu finden. Tägliche Intimduschen sind ebenso schädlich für die empfindliche Schleimhaut in der Vagina wie Unterwäsche aus Kunstfasern. Die Scheide muss auch von außen mit Sauerstoff versorgt werden können. Der normale Scheidenausfluss, ein weißliches Sekret, sorgt dafür, dass das Scheidenmilieu im Gleichgewicht bleibt. Der Intimbereich sollte nach der Reinigung gut abgetrocknet werden, denn Krankheitserreger suchen feuchtwarmes Milieu.

Virusinfektionen und bakterielle Infektionen können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Der einzige wirkungsvolle Schutz ist die Verhütung mit Kondom. Das gilt für die Sexualität mit wechselnden Geschlechtspartnern, ebenso wie für neue Partnerschaften. Auch wenn der Partner unter Umständen keine sexuelle Treue lebt, kann ein Schutz gegen Ansteckungen nur mit einem Kondom gewährleistet werden. Wenn ein Intimkontakt ausschließlich und über einen längeren Zeitraum besteht, stellen sich die Partner normalerweise aufeinander ein und es besteht kaum mehr ein Risiko, sich zu infizieren, sofern beide gesund sind.

Um das Scheidenmilieu stabil zu halten, können Frauen einiges selbst unternehmen und ihre Gesundheit schützen:
  • Baumwollunterwäsche tragen, luftdurchlässige Slipeinlagen ohne Plastikfolie
  • Verzicht auf chemische Reinigungsmittel und Duftstoffe
  • Verzicht auf Intimduschen
  • Ruhe und Entspannung im notwendigen Maß vor allem bei Eisprung und Menstruation
  • Kondome benutzen bei wechselnden Partnern, untreuen Partnern und in der ersten Zeit nach Partnerwechsel
Außerdem sollte auf chemische Reinigungsmittel verzichtet werden. Entzündungen werden durch Chemie eher gefördert als gelindert.

About Andrea Bianchi

Ich bezeichne mich selbst als liberal eingestellten Weltbürger und praktiziere einen staatenlosen Lebensstil. Ich bin leidenschaftlicher, freier Journalist, ehemaliger Sportlehrer und Esse für mein Leben gerne (gesund).