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Cortison und Alkohol – Tipps gegen die heikle Wechselwirkung

Medikamente und sollten unter keinen Umständen gemeinsam im Körper verarbeitet werden. Diese Weisheit beherzigen Patienten meist aus Rücksicht auf die eigene Genesung oder Gesundheit. Bei der Kombination und kann das Missachten dieses Grundsatzes allerdings besonders ernste Folgen haben, selbst bei geringen Alkoholmengen. Allerdings lässt sich eine strikte Alkoholabstinenz in Ausnahmefällen aufheben. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich mögliche Nachteile für den Körper risikoarm vermeiden lassen.

-Tabletten - sollten nur selten in Kombination mit eingenommen werden
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Die Besonderheiten bei Medikamenten mit Cortisolwirkung

Eigentlich produziert die Nebennierenrinde des Menschen das Entspannungshormon Gluccorticoid von selbst in ausreichender Menge. In einem gesunden Körper gehört das Hormon außerdem lebensnotwendig zum Stoffwechsel und ist verantwortlich für ein intaktes Immunsystem. Ist diese Produktion gestört, werden die notwendigen Cortisonmengen künstlich als Medikament verabreicht. Doch gerade bei jenen Krankheitsbildern wie Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen sind Mangel- oder Überdosierungen für den ohnehin geschwächten Körper fatal.

Die gewünschte lindernde oder heilende Wirkung lässt sich nur durch längerfristig exakte Einzel- und Tagesdosierungen erzielen. Jede Abweichung verstärkt die Beschwerden und kann äußerst ungesunde Langzeitwirkungen auf den gesamten Organismus haben. Cortison und cortisolhaltige Medikamente werden wegen dieser möglichen Risiken in der modernen Medizin in der jeweils geringstmöglichen Menge verabreicht. Vor allem die Risikoliste für Nebenwirkungen bei Überdosierung ist länger als ein mehrsprachiger Beipackzettel. Dazu gehören neben körperlichen sogar seelische und geistige Langzeitrisiken. Eben wegen dieser Besonderheiten kann die empfindliche Mengenbalance des Cortisons beeinträchtigen.

Cortisongaben und regelmäßiger Alkoholgenuss

Alkohol verstärkt bei den meisten Medikamenten deren Heilwirkung, kann aber häufiger als üblich zu Nebenwirkungen führen. Bei Cortison ist dies aufgrund der Schwerstarbeit für die Leber noch riskanter. Der gleichzeitige Abbau des Steroidhormons und des zugeführten Alkohols kann die eigentlich gewünschte Wirkung des Medikamentes zunichte machen oder gesundheitsbedenklich abschwächen. Zu bedenken ist, dass Mediziner Cortison überwiegend gegen schwerwiegende Krankheitsbilder mit einer Gewebeschädigung verordnen. Eine abgeschwächte Wirkung würde beispielsweise Entzündungen eher fördern und bereits bestehende Gewebeschäden sich ausbreiten statt abklingen.

Vor allem hinsichtlich einer gestörten Wundheilung kann nur bei akribisch genauer Langzeitdosierung eine Verbesserung erzielt werden. Alkohol schwächt bei regelmäßigem Genuss das Immunsystem. Bei Krankheiten, die mit Cortison behandelt werden, ist dieses ohnehin nicht intakt. Somit fördert regelmäßiger Alkoholgenuss den Fortschritt der Erkrankung statt eine Heilung. Hinzu kommen die möglichen Nebenwirkungen, die schlimmstenfalls sogar zu Neuerkrankungen des überlasteten Organismus führen können.

Brot und Wein in geselliger Runde - in Kombination mit Cortison gibt es ein paar Punkte zu beachten um Nebenwirkungen zu senken
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Gelegentlicher Alkoholgenuss – zu gefährlich oder akzeptabel?

Auch ein paar Gläschen Alkohol zu besonderen Anlässen führen zu den beschriebenen Risiken. Da die Leber in diesem Fall aber ansonsten nicht in ihrer Abbaufunktion geschwächt ist, bleiben Langzeitschäden überwiegend aus. Voraussetzung ist natürlich ein gelegentlicher Alkoholgenuss ohne Vollrausch. Auch sollten Cortisonpatienten generell dem Alkohol äußerst geringfügig zusprechen. Denn auch dessen Wirkung im Organismus ohne Medikamente ist nachteilig für viele lebenswichtige Prozesse. Geringfügig bedeutet als zeitlicher Richtwert: Nicht häufiger als einmal monatlich, nach Möglichkeit seltener.

Als Richtwert bei der Menge können ein Glas Sekt, Wein oder Bier zu einem besonderen Anlass als akzeptabel gesehen werden. Es bleibt jedoch auch hier bei einem nicht vollständig einschätzbaren Risiko in Verbindung mit Cortison. Das eigene körperliche Empfinden an einem solchen besonderen Tag sollten die Betroffenen prüfen, bevor sie eine Einladung zum “Stösschen” annehmen. Fühlt sich der Organismus ohnehin matt und gereizt an, dann hat die Kombination Cortison und Alkohol an einem solchen Tag mutmaßlich nachteiligere Auswirkungen als an einem energiegeladenen Tag mit geringen Beschwerden.

Tipps für Alkohol-Genuss und Cortison-Medikation ohne Reue

So lässt sich ein eventuelles Risiko bei der Kombination von Cortison und Alkohol verringern:
  1. Zwischen der Einnahme/Anwendung von Cortison und einem gelegentlichen Alkoholgenuss sollten wenigstens drei, besser vier Stunden liegen. So ist die Leber entlastet und kann beide Stoffe nacheinander ohne fatale Wechselwirkungen abbauen.
  2. Die berühmte “gute Grundlage” unterstützt die Risikominderung tatsächlich wirkungsvoll. Wer vor dem Alkoholgenuss eine gute Menge Wasser oder andere, alkoholfreie Getränke zu sich nimmt, verdünnt den anschließend aufgenommenen Alkohol. Ebenso saugt feste Nahrung einen Teil des Alkohols auf. Brot, Toastbrot oder Brötchen – trocken gegessen – sind hierfür hilfreich.
  3. Möglichweise lässt sich die Cortisonbehandlung aufgrund des medizinischen Fortschritts durch sinnvolle Alternativen ersetzen. Der behandelnde Arzt kann über Neuheiten eventuell aufklären – er ist dazu auf Nachfrage eines Patienten sogar verpflichtet.

Je nach Schweregrad einer Erkrankung, die mit Cortison behandelt wird, ist es zugunsten geringer Risiken vielleicht sogar möglich, eine Einnahme ohne körperliche Nachteile auszulassen. Alkohol schwächt die gewünschte Heilwirkung ohnehin ab. Kommt es nicht zum Kontakt beider Stoffe, kann sich der Körper möglicherweise für die Stunden bis zur nächsten regulären Einnahme selbst gegen Verschlechterungen wehren. Voraussetzung ist allerdings stets, dass die aufgenommene Menge Alkohol geringfügig und möglichst selten bleibt.

Fazit:
Die gleichzeitige Einnahme von Cortison und Alkohol birgt hohe Risiken für nachteilige Wechselwirkungen beider Stoffe. Mit Sorgfalt, Zurückhaltung und einigen Hausmitteln lässt sich dies im Einzelfall vermindern. Das Risiko ist umso höher, je häufiger die fatale Kombination eingegangen wird.

About Andrea Bianchi

Ich bezeichne mich selbst als liberal eingestellten Weltbürger und praktiziere einen staatenlosen Lebensstil. Ich bin leidenschaftlicher, freier Journalist, ehemaliger Sportlehrer und Esse für mein Leben gerne (gesund).