Bild Magenschmerzen

Magendruck – Ursachen und Behandlung

Magendruck ist ein relativ häufig vorkommendes Phänomen, mit dem viele Menschen zu kämpfen haben. Allerdings ist dieses Leiden sehr facettenreich. Die Symptome können dabei in ihrer Ausprägung stark variieren. Beispielsweise kann das auftretende Druckgefühl im Magenbereich entweder schmerzfrei oder aber sehr schmerzhaft sein. Während einige Betroffene nur gelegentlich oder selten darunter leiden, gibt es zahlreiche chronisch Geplagte. Außerdem kommt eine Vielzahl möglicher Ursachen für Magendruck in Betracht, sodass auch die Behandlungsmöglichkeiten sehr vielseitig sind. Die Bandbreite reicht dabei von einfachen Hausmitteln bis hin zu dringenden ärztlichen Maßnahmen.

Der nachfolgende Text soll dem Leser sowohl die Symptome, als auch die Ursachen für Magendruck vermitteln und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Bei häufigen und immer wieder auftretenden Beschwerden sollte allerdings grundsätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden.

Bild MagenschmerzenDie Symptomatik

Der Begriff “Magendruck” bezeichnet ein Druckgefühl in der Magengegend. Die genaue Lokalisierung des drückenden Bereiches kann für anatomische Laien allerdings schwierig sein. So kommt es nicht selten vor, dass das Druckempfinden eigentlich in anderen Bereichen des Körpers entsteht, die dem Magen lediglich nahe liegen, Betroffene aber den Magen als Quelle der Beschwerden festmachen. Eine möglichst genaue Ortung des Problembereiches ist daher wichtig.

In den meisten Fällen tritt das Druckgefühl im Magen zusammen mit weiteren Beschwerden des Magen-Darm-Traktes auf. So ist Magendruck oft mit anderen unangenehmen Symptomen wie beispielsweise Durchfall, Magenkrämpfen, Übelkeit, Bauschmerzen, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Blähungen oder sogar Erbrechen verbunden. All diese Symptome können sowohl vorübergehend nach der Nahrungsaufnahme, als auch chronisch und ohne Zusammenhang zur Ernährung auftreten.

Die Ursachen

Je nachdem, wann sich der Magendruck bemerkbar macht und welche Begleitsymptome damit verbunden sind, kommen unterschiedliche Ursachen dafür in Betracht. Diese sind ebenso vielseitig, wie die Beschwerden selbst. Neben unbedenklichen und vorübergehenden Reaktionen des Körpers wie beispielsweise Verstopfungen, können auch psychosomatische Störungen oder sogar ernsthafte Erkrankungen die Beschwerden auslösen.

Bild VerstopfungenVerstopfungen

Wenn die natürliche Entleerung des Darmes gestört ist, der Stuhlgang schwerfällt oder über längere Zeit gar nicht möglich ist, wird dies als Verstopfung bezeichnet. Eine Verstopfung kann durch mangelnde Bewegung, falsche Ernährung, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder diverse chronische Erkrankungen hervorgerufen werden. Das Ausbleiben der Darmentleerung kann dazu führen, dass sich im Verdauungstrakt ein unnatürlich hoher Druck aufbaut. Da der Magen anatomisch eng mit dem Darm verbunden ist, kann sich der Überdruck bis in den Magen ausbreiten und dort als Magendruck bemerkbar machen.

Blähungen

Der natürliche Verdauungsprozess ist grundsätzlich mit der Entstehung von Gasen im Magen-Darm-Trakt verbunden. Dies ist völlig normal und in der Regel unbedenklich, solange die Gase aus dem Körper entweichen können. Problematisch wird es erst dann, wenn übermäßig und unnatürlich viel Gas produziert wird und/ oder das Gas nicht entweichen kann. Auch dafür gibt es viele mögliche Auslöser. So sind zum Beispiel Nahrungsmittelunverträglichkeiten, eine ballaststoffreiche Ernährung, bestimmte Darmpilze, Verdauungsstörungen oder schwere Erkrankungen denkbare Ursachen. Wie die Verstopfung können auch Blähungen einen erhöhten Druck in der Magen-Darm-Gegend zur Folge haben, welcher unter Umständen als Magendruck empfunden wird.

Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut

Die Schleimhäute im Bereich des Magens und des Zwölffingerdarms sind ebenso wichtige, wie auch empfindliche Bestandteile des Magen-Darm-Traktes. Eine der häufigsten Ursachen für eine Entzündung in diesem Bereich sind Infektionen mit Bakterien der Gattung “Helicobacter pylori”. Dabei begünstigt die Kombination aus bakterieller Infektion und anderen negativen Faktoren wie beispielsweise Stress, Alkoholkonsum oder Medikamenteneinnahme die Ausbildung einer Entzündung zusätzlich. Die Schleimhautentzündung ist neben Bauschmerzen, Übelkeit und Erbrechen meist mit Magendruck verbunden. Außerdem können die Entzündungen auch Blutungen und eine Veränderung des Stuhlgangs hervorrufen.

Bild rauchenMagen- und Darmgeschwüre

Geschwüre sind tiefe Wunden in den Schleimhäuten des Magen-Darm-Traktes, die sich teilweise über die Schleimhäute hinaus bis tief in den Körper ausbreiten können und sich neben Schmerzen oft auch in Form von Magendruck bemerkbar machen. Magen- und Darmgeschwüre sind meist Folge chronischer Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut. Dabei hat vor Allem der Lebensstiel großen Einfluss darauf, ob sich ein Magengeschwür ausbildet oder nicht.

Falsche Ernährung und Stress begünstigen diesen Prozess. Auch die erhöhte Produktion von Magensäure nimmt eine Schlüsselrolle bei der Entstehung eines Magen- oder Darmgeschwürs ein. Diese wird unter Anderem begünstigt durch den Konsum von Nikotin, Alkohol und Kaffee. Wie bei der Magen- und Darmschleimhautentzündungen besteht auch bei Geschwüren die Gefahr von Blutungen, die ernsthafte Konsequenzen haben können.

Reizdarmsyndrom

Eine weitere Ursache für Magendruck ist das sogenannte Reizdarmsyndrom, welches auch unter dem Begriff Reizmagen bekannt ist. Diese Erkrankungen wurzeln in psychosomatischen Störungen. Während beim Reizdarmsyndrom keine organischen Ursachen festgestellt werden können, leiden die Betroffenen dennoch über große Zeiträume hinweg unter massiven Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Neben dem Magendruck zählen hierzu auch Magenkrämpfe, Blähungen, Verstopfungen, Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall. Ursache für das Reizdarmsyndrom sind psychische Belastungen wie Angstzustände oder Depressionen.

Bild YogaBehandlungsmöglichkeiten bei Magendruck

Wie bei jeder anderen Erkrankung, ist auch bei der Behandlung von Magendruck eine sorgfältige Diagnose zwingend erforderlich. Dabei müssen alle relevanten Faktoren wie zum Beispiel der Konsum von Alkohol und Drogen oder eine häufige Einnahme von Medikamenten berücksichtigt werden. Neben einer ärztlichen Untersuchung durch Abhorchen und Abtasten des Magen-Darm-Bereiches, kann eine Darmspiegelung, eine Blutprobe, ein bildgebendes Verfahren wie Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen sowie die Entnahme von Gewebeproben erforderlich sein, um die genaue Ursache für den Magendruck zu ermitteln.

Steht die Ursache fest, können entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um dagegen vorzugehen. Unabhängig von der tatsächlichen Ursache ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und wenig Stress grundsätzlich anzuraten, da dies bei jeder Therapie maßgeblichen Einfluss auf dessen Erfolg hat. In vielen Fällen kann allein diese Umstellung die Beschwerden spürbar lindern oder sogar vollständig beseitigen.

Sind Verstopfungen Auslöser für den Magendruck und können diese durch ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung nicht beseitigt werden, kann auf Abführmittel zurückgegriffen werden. Dabei können neben speziellen Mitteln, die in der Apotheke erhältlich sind, auch bestimmte Nahrungsmittel, die auf natürliche Weise abführend wirken, zum Einsatz kommen. Hierzu zählen beispielsweise Pflaumen, Weintrauben, Olivenöl oder Chili. Ein sehr effektives Mittel gegen Verstopfungen ist zudem ein Darm-Einlauf.

Sind Blähungen als Ursache für den Magendruck ausgemacht worden, sollte in jedem Fall auf gasbildende Nahrungsmittel verzichtet werden. Hierzu zählen zum Beispiel Kohl oder Hülsenfrüchte sowie rohes Gemüse. Außerdem sollten fettige, süße oder scharfe Speisen gemieden werden. Fenchelsamen und Kümmelkörner erleichtern hingegen die Verdauung und können bei Blähungen lindernd wirken. Auch eine Bauchmassage und langsames Essen haben sich bei Blähungen bewährt.

Bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute und Geschwüren kann auf spezielle Medikamente, die die Bildung von Magensäure hemmen sowie auf Antibiotika zurückgegriffen werden. Außerdem sollte in jedem Fall Stress vermieden und ausreichend Erholung sichergestellt werden. In seltenen, schweren Fällen können auch chirurgische Eingriffe erforderlich werden.

Beim Reizdarmsyndrom sollte in jedem Fall eine psychotherapeutische Behandlung in Erwägung gezogen werden, da es oftmals die Folge einer Stress- oder Angsterkrankung ist. Außerdem sind Techniken zur Vermeidung von Stress ratsam. Hier hat sich beispielsweise Yoga sowie Autogenes Training bewährt.
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About Andrea Bianchi

Ich bezeichne mich selbst als liberal eingestellten Weltbürger und praktiziere einen staatenlosen Lebensstil. Ich bin leidenschaftlicher, freier Journalist, ehemaliger Sportlehrer und Esse für mein Leben gerne (gesund).