Bild Mann mit Gliederschmerzen

Penisbruch – schnelle Hilfe und Behanldung

Er geht mit einem knackenden Geräusch einher. Der Penis schmerzt höllisch und schwillt bis auf das Doppelte an, der entstehende Bluterguss lässt ihn feuerrot anlaufen. Sämtliche Erotik ist dem Schlafzimmer entwichen und macht der aufsteigenden Panik Platz. Er ist selten. Dennoch gilt er als der Alptraum eines jeden Mannes: der Penisbruch. Treffen kann er jeden, sei es beim Masturbieren (mit oder ohne Staubsaugerrohr), beim Sex, oder aber auch überraschend im Schlaf. Gehört haben wir alle schon einmal davon, genauer mit der Thematik beschäftigt dürften sich jedoch die wenigsten Männer haben. Um im Ernstfall nicht dumm aus der Wäsche zu schauen, macht es durchaus Sinn, sich einmal Gedanken darüber zu machen, was zu tun ist, wenn der Penis geknickt ist.

Penisbruch – was ist das eigentlich?

Merke: Was nicht steif ist, kann nicht brechen.
Soviel steht fest. Genau genommen und medizinisch betrachtet handelt es sich beim Penisbruch nicht um einen richtigen Bruch. Knochen finden wir im Penis des Mannes keine, er besteht ausschließlich aus Weichteilen (Bindegewebe, Bänder etc.). Beim Penisbruch kommt es zu einem Riss der die drei Schwellkörper ummantelnden Membran, der “Tunica albuginea”. Die Schwellkörper sind es, die bei sexueller Erregung anschwellen und dem Glied das Stehvermögen geben. Besonders schützenswert sind dabei die beiden empfindlichen Schwellkörper auf dem Penisrücken, diese laufen im Gegensatz zum auf der Unterseite liegenden Schwellkörper eher Gefahr, einem Knicken des erigierten Penis zum Opfer zu fallen.

Welche Symptome treten auf?

Alle Männer, die jetzt, unsicher, in der Vergangenheit schon einmal unbemerkt einen Penisbruch erlitten zu haben, beunruhigt einen Blick in ihre Shorts werfen, können aufatmen. Einer werdenden Mutter, die Angst hat, die Anzeichen echter Wehen nicht rechtzeitig zu deuten, sagt die Hebamme in der Regel: “Wenn es soweit ist, bist du dir sicher”. Ähnlich verhält es sich beim Penisbruch. Wer einen hat, spürt es just in diesem Moment, und zwar deutlich.

Hier folgt eine kurze Auflistung der typischen Symptome, die bei einem Penisbruch auftreten:
  1. Charakteristisches “Knacken” (beim Einreißen der Schwellkörpermembran).
  2. Starke stechende Schmerzen und ein schnelles Anschwellen des Glieds.
  3. Die Erektion ist wie weggeblasen.
  4. Rotfärbung infolge des entstehenden Blutergusses.

Zusätzliches Austreten von Blut aus der Penisspitze ist meist ein Hinweis dafür, dass auch die Harnröhre beim Penisbruch etwas abbekommen hat.

Bild schlafendes Pärchen

Wie kommt es zum Penisbruch?

“Wie konnte das nur passieren?” Das ist eine berechtigte Frage, solange sie nicht gerade von der eigenen Schwiegermutter gestellt wird. Es gibt in der Tat mehrere Möglichkeiten, sich den Penis zu brechen. Wilder Sex ist nur einer davon. Gefährlich für das Glied wird es dann, wenn es beim Liebesspiel aus der Vagina der Frau rutscht und in der Folgebewegung sein Ziel verfehlt und frontal gegen die Wand, in diesem Fall den Beckenknochen der Partnerin, “fährt”. So manchen Unglücksraben erwischt es auch im Schlaf, nämlich dann, wenn er sich träumend samt Erektion umdreht und mit seinem Körpergewicht unsanft auf dem steifen Glied landet.

Es gibt aber auch andere Ursachen, die den erigierten Penis umknicken lassen. Ein unglücklicher Sturz kann für das Glied böse enden, ebenso kam schon mancher Penisbruch zustande, als eine unerwünschte Erektion (zu) schnell in der Hose versteckt werden sollte. Auch die eingangs erwähnte Praktik mit dem Staubsaugerrohr gilt es nochmals zu überdenken, um das Risiko eines Penisbruchs zu minimieren.

Erste Hilfe für das verletzte Glied

Ganz wichtig: Gleichgültig, in welcher Intensität und Anzahl die oben genannten Symptome auftreten, ein Penisbruch ist immer ein Fall für den Arzt. Es gibt sicherlich keinen Mann, der in seiner Freizeit gerne den Urologen aufsucht, eine schnelle Behandlung ist jedoch unerlässlich, um etwaige Langzeitschäden, wie beispielsweise erektile Dysfunktionen oder bleibende Verkrümmungen, ausschließen zu können.

Den verletzten Penis in Eigenregie oder gar überhaupt nicht zu behandeln, ist hier die denkbar schlechteste Entscheidung. Es gibt allerdings ein paar Erste-Hilfe-Maßnahmen, die man im Falle einer Fraktur durchführen kann, bis das Schicksal des Glieds in den Händen eines erfahrenen Arztes liegt: Zusammendrücken und Kühlen des Penis, um zum einen den stechenden Schmerz und zum anderen die Schwellung zu lindern. Und nun bitte zügig in die nächste Notaufnahme!

Bild OP-Arzt

Diagnose und Behandlung

Ein Penisbruch muss so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden.
Falls der behandelnde Arzt die Fraktur nicht bereits anhand der äußeren Merkmale des Patienten diagnostizieren kann, wird er vermutlich eine Röntgenaufnahme der Schwellkörper machen, um den Verdacht zu bestätigen – oder auszuschließen. Alternative Methoden der bildgebenden Untersuchung sind die Sonografie (Ultraschalluntersuchung) und das MRT (Magnetresonanztomographie), wobei erstere eher als unzuverlässiges Verfahren bei der Diagnosefindung gilt, und letztere schließlich nach der Bestätigung der Fraktur der genauen Lokalisation der Verletzung an der Schwellkörpermembran dient.

Ist der Penisbruch bestätigt, kann den Penis nur eines sicher retten: die Operation. Dazu wird durch eine kleine Öffnung der Riss in der Schwellkörpermembran genäht. Falls die Harnröhre in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird auch dieses Problem chirurgisch behoben. Die Gabe von Medikamenten nach der Operation verfolgt zwei Ziele: zum einen die schmerzstillende Wirkung, und zum anderen unterdrücken sie das Auftreten einer Erektion, so dass der operierte Penis ungestört ausheilen kann.

Vorbeugende Maßnahmen

Während Frauen nach der Geburt ihrer Kinder den durchlittenen Wehenschmerz bereits nach kurzer Zeit vergessen haben, funktioniert das im Falle des Penisbruchs leider nicht: der Schmerz sitzt erstmal tief. Nach wochenlanger Schonung und sexueller Abstinenz fällt es sicher nicht allen Männern leicht, sich gleich wieder ohne Scheu ins Liebesleben zu stürzen.

Auch wenn die Lust im Bett nicht zur Kopfsache werden soll: Um sich und dem Partner den Spaß am Sex nicht langfristig zu verderben, oder noch besser die Gefahr des Penisbruchs von vornherein zu minimieren, gilt es für die Zukunft, einige Maßnahmen zu beherzigen. Kurz vor dem Höhepunkt vergessen die Männer leicht, wie zerbrechlich ihr Glied sein kann. Auf Biegen und Brechen sollte der Penis auch beim Liebesspiel daher niemals gedrückt, abgeschnürt oder in feste Gegenstände gesteckt werden.

Fazit

Auch wenn der Begriff “Bruch” in der Literatur umgangssprachlich verwendet wird, da im männlichen Glied kein einziger Knochen zu finden ist, sollte ein Penisbruch, sprich der Riss der Tunica albuginea, niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Eine Fraktur der Schwellkörpermembran ist immer ein Fall für die Notaufnahme. Eine erste Selbstbehandlung sollte lediglich in Form von Erste-Hilfe-Maßnahmen wie Kühlen oder Drücken bestehen, um den stechenden Schmerz zu lindern. Einzig und allein die entsprechende medizinische Therapie ist der Garant dafür, dass der Penis nach einer Fraktur nicht dauerhaft an Ästhetik und Funktion einbüßt und Langzeitfolgen ausgeschlossen werden können.

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About Andrea Bianchi

Ich bezeichne mich selbst als liberal eingestellten Weltbürger und praktiziere einen staatenlosen Lebensstil. Ich bin leidenschaftlicher, freier Journalist, ehemaliger Sportlehrer und Esse für mein Leben gerne (gesund).