Vorsorgeuntersuchungen und kostenlose Gesundheits-Checks – diese Fakten sollten Sie kennen!

Vorsorgeuntersuchungen sind ein wichtiges Angebot der Krankenkassen, um Krankheiten frühzeitig erkennen zu können. Je nach Alter und Geschlecht gibt es unterschiedliche Früherkennungsuntersuchungen. Doch welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Und ab wann werden solche Untersuchungen empfohlen und in welchem Abstand?

Schwangerschaftsvorsorge – von Anfang an in guten Händen

Erfährt die werdende Mama von ihrer Schwangerschaft, steht ihr ab diesem Zeitpunkt ein umfangreicher Vorsorgekatalog ihrer Krankenkasse zu.

Zu den Leistungen, die der Schwangeren zustehen zählen:
  • Die Schwangere wird zum Thema Ernährung und Gesundheitsrisiken aufgeklärt. Das ist wichtig, damit sich das Kind im Bauch gesund und gut entwickeln kann.
  • Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen sollen helfen, Gesundheits- oder Entwicklungsprobleme beim Kind frühzeitig festzustellen. Drei reguläre Ultraschalluntersuchungen sind von der Krankenkasse vorgesehen. Werden Probleme festgestellt, zahlt die Krankenkasse auch weitere Ultraschalluntersuchungen.
  • Die Schwangere wird auf HIV getestet.
  • Blutuntersuchungen stehen der Schwangeren ebenfalls zu.
  • Das Erkennen und Überwachen von Risikoschwangerschaften ist ebenfalls ein wichtiger Punkt in der Schwangerschaftsvorsorge.
  • Hat die Schwangere entbunden, stehen der frischgebackenen Mama Nachsorgeuntersuchungen und eine Wöchnerin-Beratung zu.

Alle Leistungen im Detail finden werdende Mütter in den sogenannten Mutterschafts-Richtlinien, die man über das Beschlussgremium “Gemeinsamer Bundesausschuss” online abrufen kann.

Bild Kind Untersuchung

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder – die sogenannten U-Untersuchungen im gelben Heft

Kindern ab der Geburt bis zur Volljährigkeit stehen zahlreiche U-Untersuchungen zu. In den ersten sechs Lebensjahren sind das die U1 bis U9. Ziel dieser U-Untersuchungen ist es, Krankheiten und Entwicklungsverzögerungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zur Gesundung oder zur Frühförderung einleiten zu können.

Damit die Eltern wissen, wann welche Untersuchung ansteht, bekommen sie gleich nach der Geburt ein gelbes Vorsorgeheft für ihre Kinder, in dem alle wichtigen U-Untersuchungen aufgelistet sind. Kommen die Kinder ins Jugendalter, gibt es zusätzliche J-Untersuchungen.

Die sogenannte J1 wird im Alter von 12 bis 15 Jahren durchgeführt. Die J2 wird nicht von allen Krankenkassen übernommen. Sie wird im Altern von 17 bis 18 Jahren durchgeführt. Auch diese Untersuchungen sollen helfen, psychische, physische oder auch hormonelle Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Mädchen bekommen als Vorsorge die Schutzimpfung gegen Krebs des Gebärmutterhalses bezahlt. Diese Schutzimpfung können Mädchen von neun bis 14 Jahren kostenfrei erhalten.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen – gib dem Krebs keine Chance!

Ein wichtiger Punkt in der Gesundheitsvorsorge sind die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Im Alter ab 20 bis ins hohe Alter werden diese wichtigen Untersuchungen gezahlt.

Krebsfrüherkennung ab 20:

Frauen ab 20 Jahren können sich einmal jährlich einer Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs unterziehen. Diese Früherkennungsuntersuchung ist sehr wichtig und sollte unbedingt genutzt werden.
Auf Wunsch können sich Frauen bis zum 25. Lebensjahr zusätzlich einmal jährlich auf Chlamydien untersuchen lassen.

Krebsfrüherkennung ab 30:

Frauen ab 30 können sich einmal jährlich einer Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchung unterziehen. Vor allem Frauen, in deren Familien Brustkrebs festgestellt wurde, sollten diese Untersuchung unbedingt nutzen.
Ab 35 Jahren stehen Frauen wie Männern eine Hautuntersuchung am ganzen Körper zu, um Hautkrebs frühzeitig erkennen zu können. Das sogenannte Hautkrebs-Screening wird alle zwei Jahre gezahlt.

Krebsfrüherkennung ab 45:

Männern ab 45 steht jährlich eine Prostata- und Genitaluntersuchung zu. Hier werden auch die Lymphknoten mit untersucht.

Krebsfrüherkennung ab 50:

Frauen ab 50 bis zum vollendeten 70. Lebensjahr bekommen zwei Mal jährlich ein Mammographie-Screening bezahlt.
Frauen und Männer ab 50 Jahren bekommen einmal jährlich eine Dickdarm- und Rektumuntersuchung gewährt.
Bis 54 Jahren bekommen Frauen und Männer einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl bezahlt.
Ab 55 Jahren bekommen Sie zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (alle zwei Jahre) bezahlt.

Bild Zahnarzt

Zahnvorsorge-Untersuchungen – damit Sie auch im Alter noch kräftig zubeißen können!

Zwei Mal im Jahr sollten Sie zum Zahnarzt gehen, um die Gesundheit Ihrer Zähne nicht aufs Spiel zu setzen. Diese Empfehlung gilt für Frauen und Männer ab 18 Jahren. Kinder bis sechs Jahre sollten drei Mal jährlich zum Zahnarzt. Kinder von sechs bis 18 Jahren zwei Mal jährlich.

Gesundheits-Check-up – ein wichtiger Baustein zur Gesundheitsvorsorge

Frauen und Männer ab 35 Jahren bekommen alle zwei Jahre einen Ganzkörper-Check-up bezahlt. Bestandteil dieser wichtigen Vorsorgeuntersuchung sind ein Blutbild, das Abhorchen von Herz und Lunge sowie die Bestimmung des Body-Mass-Indesx (BMI). Zudem wird der Blutdruck und der Puls untersucht und eine Urinprobe genommen.

Bild Diabetisvorsorge

Diabetiker-Vorsorge – Komplikationen gar nicht erst aufkommen lassen

Diabetiker vom Typ II sind besonders gefährdet, dass ihr Körper durch die Zuckererkrankung geschädigt wird. Deshalb sollten Zuckerpatienten dieses Typs mehrere Untersuchungen einmal jährlich durchführen lassen.

Dazu zählen:
  • einmal jährlich den Augenhintergrund untersuchen lassen;
  • einmal jährlich die Nervenfunktionen überprüft lassen;
  • einmal jährlich ist ein EKG erforderlich;
  • einmal jährlich müssen die Nierenfunktionen überprüft werden;
  • alle drei Monate muss der Urin auf Mikroalbumin getestet werden.

Neben diesen jährlichen Untersuchungen sollten Diabetiker auch regelmäßig ihre Füße und Unterschenkel untersuchen lassen. Sollten sich Geschwüre gebildet haben, müssen diese unbedingt behandelt werden. Diese Untersuchungen sind vor allem deshalb wichtig, um Amputationen vorzubeugen.

Bild Baby Impfung

Schutzimpfungen – gib Krankheiten keine Chance!

Auch Schutzimpfungen gehören zur Vorsorge.

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis ins Jugendalter bekommen folgende Impfungen:
  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Haemophilus-influenzae-Typ-B (Hib)-Infektionen
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Rotaviren
  • Meningokokken C
  • Mumps
  • Masern
  • Röteln
  • Varizellen (Windpocken)
  • Humane Papillomaviren für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren

Impfungen für Erwachsene:

Erwachsene bekommen die erforderlichen Auffrischimpfungen bezahlt. Diphtherie zum Beispiel wird alle zehn Jahre aufgefrischt.

Indikationsimpfungen:

Bei einer erhöhten Gefährdung bestimmter Personengruppen werden sogenannte Indikationsimpfungen bezahlt. Personen ab 60 Jahren bekommen zum Beispiel standardmäßig eine Influenza- und Pneumokokken-Impfung.

Weitere Indikationsimpfungen sind:
  • Frühsommermeningo-Enzephalitis (FSME)
  • Haemophilus Influenza Typ B (Hib.)-Infektion
  • Infektion-Hepatitis A und B
  • Tollwut
  • Meningokokken-Infektion
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Varizellen
  • Röteln und
  • Pertussis (Keuchhusten)

Nutzen Sie unbedingt das breite Angebot der Vorsorgeuntersuchungen Ihrer Krankenkasse. Sie tun sich und Ihrer Gesundheit einen großen Gefallen damit.

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About Andrea Bianchi

Ich bezeichne mich selbst als liberal eingestellten Weltbürger und praktiziere einen staatenlosen Lebensstil. Ich bin leidenschaftlicher, freier Journalist, ehemaliger Sportlehrer und Esse für mein Leben gerne (gesund).